Bildung und Chancen

Bildungs- und Teilhabechancen müssen von der sozialen Herkunft entkoppelt werden: Ob bei der Betreuung und Erziehung im Kindergärten, der Verfügbarkeit von Ganztags-Schulplätzen oder dem freien und kostenlosen Studienangebot. Auch digitale Bildung darf keine Frage der Geldbörse sein. Auch die Inklusion muss in Kommunen, Kreisen aber auch in den Schulen stärker gefördert und ausgebaut werden.

Bildungs- und Teilhabechancen hängen in vielen Regionen oft noch zu stark davon ab, in welches Elternhaus man hineingeboren geboren wird. Soziale Gerechtigkeit fängt daher im Kindergarten an. Die soziale Situation lässt sich nur dann verbessern, wenn in einer Region ausreichende Kindergartenplätze vorhanden sind und hier in einem angemessenen Personalschlüssel Frühförderangebote dargeboten werden.  Dies ist eine Voraussetzung für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, gerade für Alleinerziehende.

Doch dazu gehört auch die Schaffung von bezahlbaren Wohnraum, der Zugriff zu digitalen Strategien, der Ausbau von Ganztagsschulen oder Modellprojekte wie „Schultüte Plus“ (Kreis Ahrweiler) in der die Zusammenarbeit von Kindergarten und Schule steht.

 

Um hier Entwicklungsrisiken von Kindern abzubauen aber auch gerade junge Familien zu entlasten, benötigen wir hier eine niedrigschwellige Verfügbarkeit von Instrumenten der Kinder- und Jugendhilfe im Kindergarten aber auch regionale Zusammenschlüsse, um Kinderarmut in der Region entschieden entgegen zu treten.  

Auch im Schulbereich muss der Kurs der Landesregierung weiter verfolgt werden, einen Ausbau der Ganztagsplätze zu verfolgen aber auch Schulsozialarbeit an Brennpunktschulen sowie an weiterführenden Schulen zu etablieren. Gerade sozial benachteiligte Kinder und Jugendlichen benötigen niedrigschwellige Beratungsangebote und verfügen über kein gute ausgebautes soziales Netz, in dem sie sich Hilfe organisieren können. Möglich wäre hier auch die Bildung eines regionalen Patenschafts-Systems, bei dem Kinder und Jugendliche Ansprechpartner und Vorbilder finden, die sie unterstützen und evtl. durch manche knifflige Situation hindurch begleiten. In einigen Bundesländern gibt es dazu sehr erfolgreiche Modellprojekte.  

Auch der Ausbau der Inklusion, personell, inhaltlich und räumlich sollte weiterhin auf der politischen Agenda der Region stehen, um die Behindertenrechtskonvention, die völkerrechtlich bindend ist, umzusetzen.

Auch die Digitalisierung wird Schule verändern. Neben dem Ausbau der digitalen Infrastruktur benötigen Schulen für die Administration Verwaltungskräfte, die Schulen darin unterstützen, digitale Kompetenzen zu vermitteln und nicht nur mit der Pflege und Verwaltung von Leih-Computern beschäftigt zu sein.

Sprache ist der Schlüssel zur Verständigung und Kommunikation. Gemeinsam mit verschiedensten Bildungsträgern in der Region will ich das Gelingen von Integration an den Schulen verbessern. Doch Integration hört nicht nach dem Schulbesuch auf. Auch zugewanderte Familien und Alleinstehende Menschen mit Migrationshintergrund benötigen Sprachkurs sowie eine Willkommenskultur, die dazu einlädt, zu Stadtteilprojekten, Kulturprojekten hinzuzukommen und sich als Teil einer städtischen und vielfältigen Kultur zu begreifen.

Ein wichtiges Augenmerk liegt auch auf der noch stärkeren Einbeziehung von Kindern und Jugendlichen, vom Kleinkindalter an, bis hin zu Jugendlichen. Wir müssen Kindern und Jugendlichen den Freiraum geben, sich politisch, sozial aber auch ehrenamtlich einbringen zu können. Daher dürfen die Beteiligungsrechte von Kindern nicht beschränkt sondern müssen ausgebaut werden. Dazu gehört auch die Herabsenkung des Wahlalters auf 16 Jahre. Gelebte Demokratie ist die beste Schule –  und gerade die Proteste der „Fridays for future“ zeigt, dass unsere junge Generation politisch interessiert ist. Diese Chance muss die Sozialdemokratie nutzen, um junge Menschen in die Verantwortung zu nehmen und demokratisches Lernen zu fördern.

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